Motortuning - Pro und Contra

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Motortuning - Pro und Contra

Thema Motortuning

Unter Motortuning fallen in der Regel alle Modifikationen, mit denen die Leistung des Motors im Vergleich zum Serienzustand erhöht wird. Hier ist vom Chiptuning bis hin zur kompletten Überarbeitung des Motors fast alles möglich.

Achtung, Risiken!

Tuningmaßnahmen beanspruchen einen Serienmotor immer über seine konstruktiven Haltbarkeitsreserven hinaus. Öl- und Kühlkreislauf, Getriebe, Kupplung und Antriebswellen werden bei einem in der Leistung gesteigerten Motor viel härter “rangenommen” und müssen möglicherweise verstärkt werden. Darüber hinaus werden Sie schnell an Ihre Grenzen gelangen, wenn Sie Ihren Motor zerlegen wollen - und genau das ist beim klassischen Tuning notwendig! Wir empfehlen daher unbedingt, derartige Umbauten nur bei professionellen Tuningbetrieben mit entsprechenden Referenzen durchführen zu lassen.

Sie sollten in Ihren Überlegungen auch einbeziehen, dass Ihre Versicherung nach erfolgter Eintragung einer höheren kW-Zahl möglicherweise die Prämie erhöht. Wer sich für die Leistungssteigerung seines Fahrzeuges interessiert, sollte unbedingt einen Termin mit einem unserer Spezialisten vereinbaren.

Das Thema ist sehr komplex, daher kann ein klärendes Gespräch im Vorfeld sehr hilfreich sein.

Hinweis: Grundsätzlich gilt: Alle Arten von Leistungssteigerungen müssen begutachtet und eingetragen werden, da andernfalls aufgrund der Änderungen von Leistungs-, Abgas- und Geräuschverhalten die Betriebserlaubnis und damit Zulassung und Versicherungsschutz erlöschen!

Motortuning klassisch:

Ein Motortuning kann z.B. folgende Punkte beinhalten:

- Veränderung der Gemischaufbereitung - Vergrößerung und Glättung der Ansaugkanäle - Vergrößerung der Ventile - Einbau anderer Nockenwellen - Stärkere Ventilfedern - Einbau andere Kolben - Hubraumvergrößerung durch z.B. Aufbohren - Abschleifen oder Abfräsen des Zylinderkopfes bzw. -blocks zur Erhöhung der Verdichtung - Kurbelwellenmodifikationen

und weitere chirurgische Eingriffe in das Innenleben des Motors. Meistens werden mehrere der Punkte in Kombination durchgeführt.

Der eigenhändige Umbau des Motors verlangt jedoch vom Tuner immenses Fachwissen und aufwändige Spezialwerkzeuge. Bis auf sehr wenige Ausnahmen werden derartige Aktionen daher von bereits erwähnten Tuningbetrieben durchgeführt. Die komplexe TÜV-Prüfung und die Abnahme des umgebauten Triebswerks wird meist gleich mit organisiert. Die Kosten für einen ordnungsgemäßen und vor allem straßentauglichen Umbau sind zu Teil erheblich.

Auch die Möglichkeit, Motoren mittels Turbolader oder Kompressor zu tunen, ist durch die umfangreichen mechanischen Umbauten sowie die aufwändige Anpassung der elektrischen Motorsteuerung sehr kostenintensiv und wird nur wenig genutzt.

Chiptuning:

Ein schnellerer Weg zu mehr Leistung ermöglicht das Chiptuning, bei dem ein Eingriff in die heute bei den meisten Fahrzeugen vorhandene elektronische Motorsteuerung erfolgt. Hierfür wird er Originalchip des Motorsteuergerätes, auf dem die Kennfelddaten z.B. Zündzeitpunkt, Einspritzmenge, Turbolader - Ladedruck und Drehzahlbegrenzung gespeichert sind, entweder durch einen neuen Chip mit entsprechend geänderten Kennfelddaten ersetzt, oder der Vhip kann bei modernen Steuergeräten einfach “geflasht” bzw. umprogrammiert werden.

Alternativ besteht die Möglichkeit, dem MSTG ein Zusatzsteuergerät, z.B Speed. oder Powerbox genannt, vorzuschalten.

Das Vorschaltsteuergerät bietet grundsätzlich die selben Möglichkeiten wie das “Flashen”. Der Vorteil gegenüber dem “Flashen” besteht darin, dass die Tuningmaßnahmen in jedem Fall erhalten bleiben, während es beim “geflashten” Originalchip schon mal vorkommen kann, dass die Kennfeldsoftware im Rahmen der Inspektion ungewollt wieder in den Originalzustand versetzt wird. Achten Sie deshalb bei der Programmierung darauf, dass die Mehrleistung erst bei Betriebstemperatur zur Verfügung steht und die Volllastdauer begrenzt wird.

Chiptuning nutzt also lediglich die im Motor für Lebensdauer und Zuverlässigkeit vorhandenen Reserven, mechanisch wird nichts geändert. Die Leistung kann bei Benzinmotoren um bis zu 10 Prozent, bei Turbodieseln und Turbobenzinern um bis zu etwa 30 Prozent gesteigert werden. Auf der Gegenseite wird in den meisten Fällen der Spritverbrauch steigen, bei manchen Turbodieseln kann der Verbrauch bei vorsichtiger Fahrweise sinken. Auch die Lebensdauer des Motors kann durchaus beeinträchtigt werden, schließlich geht die Mehrleistung des elektrisch zum Sportler mutierten Triebwerks auch zu Lasten der mechanischen Komponenten.

Mein Tipp:

Nur Chiptuning durchführen, für das eine entsprechende ABE oder ein passendes Teilegutachten vorliegt. Es gibt zahlreiche Anbieter auf dem Markt, deren nicht geprüften Produkte die Betriebserlaubnis Ihres Fahrzeuges zum Erlöschen bringen und die Lebensdauer Ihre Motors extrem verkürzen können.

Checkliste Motortuning: Legalisierung des Umbaus durch

- Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) - Teilegutachten - Einzelabnahme eines amtlich anerkannten Sachverständigen


Montage:

- Montage durch Fachbetrieb - Eigenmontage erlaubt - Eigenmontage wird nicht empfohlen

Vorteile:

- Fahrleistungen - Relativ geringe Umrüstkosten bei Chiptuning

Nachteile:

- Höherer Kraftstoffverbrauch - Verminderte Lebensdauer - Erhöhter Verschleiß - Herstellergarantie erlischt häufig - Hohe Kosten bei Tuning mittels Motorumbauten

Besonders zu beachten:

- Nur Chiptuning mit Prüfzeugnis verbauen! - Bei Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit müssen evtl. andere Bremsen und Reifen montiert werden - Bei Motorumbauten prüfen, ob die erforderlichen Prüfzeugnisse vorliegen - Ist der Motor für ein Tuning noch hinreichend belastbar (Alter, Laufleistung)? - Ausschließlich Produkte von namenhaften Tunern verwenden! - Gibt es Garantie des Herstellers auf Umbau, Motor oder Antrieb? - Berechtigung der Fahrzeugpapiere sofort notwendig, da andere Steuer- und Versicherungseinstufung möglich

Bei Fragen zum Thema Tuning könnt ihr mich jederzeit ansprechen!!


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