DPF - Diesel-Partikel-Filter / Fragen und Antworten

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DPF - Diesel Partikel Filter - written by Insomnia / approved by Wiki-Moderator

Abhilfe

Abhilfe:
Wichtig: Bitte bei Beanstandungen unbedingt TSB/Feldabhilfe Datenbank
beachten, insbesondere TSB 1976, 2043, 2054, 2260.


1. Frage: Liegen vom Motorsteuergerät sog. Black Box Daten vor, welche
Auskünfte über die letzte Regenerierung ?bzw. den
Regenerierungsablauf geben?


Antwort: Alle Applikationen zeigen den aktuellen Beladungszustand in
Prozent sowie die zurückgelegte Strecke seit letzter Regenerierung ?
bzw. dem letzten Regenerierungsversuch an. TECH 2 trifft keine Aussage
darüber, ob die vorangegangene (oder die vorangegangenen)
Regenerierungen komplett und erfolgreich verlaufen sind.


2. Frage: Das Glühwendelsymbol blinkt. Warum? Was ist zu tun?


Antwort: Der DPF konnte im normalen Fahrbetrieb nicht komplett
regeneriert werden und hat jetzt seine maximal, noch
regenerierbare Sättigung erreicht. Der Grenzwert ist Varianten und MJ
abhängig, liegt aber im Bereich 105%-125%.


Mögliche Ursachen hierfür sind:

a.) Häufiger Kurzstreckenverkehr, d.h. hohe Russbeladung bei
gleichzeitig ausbleibender Regenerierung des DPF, weil die für eine
Regenerierung erforderlichen Bedingungen nicht erreicht wurden.


b.) Häufige Regenerierungsabbrüche, d.h. der Motor wird während der
laufenden Regenerierung abgestellt. Trifft zu auf Kurzsteckenfahrer,
die wenigstens die Bedingungen zum Auslösen der Regenerierung
eingehalten haben.
Bei blinkender Glühwendel ist das Fahrzeug so lange zu fahren, bis das
Glühwendelsymbol wieder erlischt.


Wichtig: Innerhalb der ersten 1000 km Fahrstrecke wird die die
Regenerierung häufiger durchgeführt (2-3-mal) um eine
definierten Beladungszustand des DPF zu erreichen. Dies ist
notwendig um Bauteil- und Systemtoleranzen zu reduzieren und
dient als Grundlage für eine exakte Berechnung der
Rußbeladung im DPF.


3. Frage: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der DPF mit
der Regenerierung beginnt?


Antwort: Die nachfolgenden Bedingungen müssen für die Einleitung der
Regenerierung erfüllt sein.


a.) Motorlauf seit Start >
2 Minuten.
b.) Berechnete Sättigung >
80%.
c.) Kühlmitteltemperatur >
70°C für mindestens 2 Minuten.
d.) Keine DPF relevanten Fehler im System hinterlegt.
e.) Es muss ggf. eine definierte Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle
einmalig überschritten haben werden (z.B. bei 80% - 100 % DPF-
Beladung einmalig 100 km/h). Bei Beladungswerten >
100 % spielt
die Geschwindigkeit keine Rolle.


4. Frage: Nach einer Service-Regenerierung zeigt die TECH 2 Datenliste
einen aktuellen Beladungszustand von 70% - bzw. 78% an.
Warum?


Antwort: Die Reinigungsintensität der statischen Regenerierung ist
nicht so effektiv wie die dynamischen Regenerierung. Der Wert wird
deshalb auf den 70% - bzw. 78% Beladung gesetzt, damit das
Motorsteuergerät im Anschluss eine dynamische Regenerierung auslöst,
wenn die unter Frage 3.) erforderlichen Bedingungen erfüllt sind.


5. Frage: Unter welchen Bedingungen wird eine begonnene Regenerierung
abgebrochen/beendet:


Normalerweise wenn die Regenerierung erfolgreich durchgelaufen ist
oder:
a.) Nach einer maximalen Regenerierungszeit (20 - 25 Min.).
b.) Wenn der Motor abgestellt bzw. abgewürgt wird.
c.) Wenn der Motor lange im Leerlauf ist (5 - 10 Min.).
d.) Wenn 1000°C durch den Abgastemperatur Sensor erkannt werden.
e.) Wenn während der Regeneration Fehler an Verbrennungsrelevanten
Komponenten erkannt werden (Einspritz-/Ansaug-System).


Wenn eine begonnene Regenerierung abgebrochen wird, bevor sie zu 50%
durchgelaufen ist, blinkt die Vorglühkontrolle sofort beim nächsten
Motorstart (kalt oder warm) und die Regenerierung wird bei Erreichen
der Betriebsbedingungen (siehe 3.) wieder gestartet.


6. Frage: Die DPF-Beladung liegt (ggf. deutlich) unterhalb des
Schwellwertes für das blinkende Glühwendel, trotzdem kommt
der Kunde mit leuchtender SVS und verstopftem DPF in die
Wertstatt. Warum?


Antwort: In diesem Fall liegt mit großer Wahrscheinlichkeit ein
Hardwaredefekt oder Tuning vor. Dieser Defekt ist in den meisten
Fällen im Bereich der luftführenden Teile in Form einer Leckage zu
suchen.
Häufig handelt es sich herbei um einen Riss in einem der
Ladeluftschläuche oder im Ladeluftkühler. Bedingt durch die Leckage,
die von der ECU ?bzw. vom Beladungsmodell nicht erkannt wird, wenn die
Druckdifferenz unterhalb eines definierten Schwellwertes bleibt, wird
der Motor mehr Rauch emittieren. Durch den erhöhten Rauchausstoß kann
es zu einem verstopften DPF kommen.
Ferner kann eine überproportionale Beladung des DPF durch ein
(teilweise) offenes AGR-Ventil verursacht werden.


Ein getunter Motor produziert mehr Ruß, der vom DPF Beladungsmodel
nicht berücksichtigt wird und ohne jeglichen Hinweis an den Fahrer zum
Zusetzen des DPF führen kann.
Bitte unbedingt die Feldabhilfedatenbank auf bekannte Fehlerbilder und
Diagnosehinweise prüfen.


7. Frage: Wie lange dauert eine vollständige Regenerierung?
a.) Im günstigsten Fall?
b.) Im ungünstigsten Fall?


Antwort: a.) Bei konstanten Bedingungen, d.h. die zur Regenerierung
erforderliche Abgastemperatur liegt immer oberhalb des geforderten
Wertes, zum Beispiel während Autobahn/Überlandfahrt, ergibt sich eine
durchschnittliche Regenerierungszeit von 10 Minuten.


b.) Fahrzustände, wie z. Bsp. längere Bergabfahrt, häufiges Fahren im
Niedriglastbereich (Stadtverkehr, Leerlauf) lassen die Abgastemperatur
sinken. Sofern die Bedingungen zum Anstoßen der Regenerierung erfüllt
waren, kann sich die aktive Regenrationszeit auf bis zu 25 Minuten
erhöhen (abhängig vom Motortyp). Sollte während dieser Zeit kein
kompletter Durchlauf möglich gewesen sein, so wird die Regenerierung
abgebrochen.


8. Frage: Wie wirkt sich die Regenration auf die Öllebensdauer aus?


Antwort: Mit jeder Regenerierung bzw. jedem Regenerierungsversuch
kommt es zwangsläufig zu einem Eintrag von Dieselkraftstoff in das
Motoröl, wodurch die Öllebensdauer abnimmt. Beim Aufleuchten der
?INSP?-Anzeige im Instrument ist das Motoröl erschöpft und muss
gewechselt werden. Bei Nichtbeachtung drohen Motorschäden.


9. Frage: Ist der DPF-Sensor wichtig für den Regenerierungsablauf?


Antwort: Der Sensor leitet die Regenerierung nicht ein, dies geschieht
basierend auf einem Modell. Der DPF Sensor erfüllt somit eine reine
Diagnosefunktion zur Überwachung des Gegendruckes im DPF.
Ausnahmen bilden Antara, Captiva, Z20DTx, bei diesen Modellen ist der
DPF-Sensor an der Auslösung die Regenerierung beteiligt.


10. Frage: Wie verhält sich das Beladungsmodell?
a.) Nach einer SPS Programmierung?
b.) Nach Austausch des Motorsteuergerätes?
c.) Nach Abklemmen der Batterie?


a.) Nach einer reinen SPS bleibt der Beladungszustand erhalten. Beim
Austausch der ECU, resp. bei einer Neuprogrammierung der vorhanden ECU
nach Rücksetzung springt das Beladungsmodell auf 104% (bspw. beim
Z19DTx), es folgt dann im Anschluss eine Regenerierung. Modelljahres
oder applikationsabhängige Änderungen sind möglich.


b.) Der aktuelle Beladungswert wird vor dem Austausch des
Motorsteuergerätes auf der Tech 2 Flash-Card gespeichert. Dieser Wert
wird nach Einbau des neuen T&Z Servicesteuergerätes über die Funktion
?ECU Programmierung? einprogrammiert.


c.) Kein Einfluss.


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